W a s   i s t  M u l e s i n g?

Mulesing beschreibt ein gängiges Verfahren in Wollbetrieben weltweit. Beim Mulesing wird bei jungen Schafen auf qualvolle Weise Haut und Fleisch vom Hinterteil weggeschnitten, um einen möglichen Fliegenmadenbefall zu vermeiden. Das Tier erleidet hierbei starke Schmerzen, da dieser Vorgang ohne Betäubung oder Schmerzmittel stattfindet. Eine Nachbehandlung findet in der Regel nicht statt, so dass ein erhöhtes Infektionsrisiko für das Tier besteht. Vor allem junge Merinoschafe sind betroffen. Viele Wollbetriebe züchten Merinoschafe, weil feine Merinowolle große Beliebtheit erfährt: sie kratzt nicht, sie hat kühlende Eigenschaften, sobald es warm ist und wärmt an kalten Tagen, ist wasser- und schmutzabweisend und knittert nicht. Um möglichst viel Wolle produzieren zu können, wird den Schafen daher eine besonders faltige Haut angezüchtet. Aufgrund der dichten und feinen Wolle, schwitzen die Tiere dann besonders stark und es sammelt sich Feuchtigkeit in den Hautfalten. Dieses feuchte Klima zieht Fliegen an, die dort ihre Eier ablegen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Fliegenmaden sich durch die Haut des Tieres fressen und folglich schwere Infektionen entstehen. Dies führt letztlich häufig zum Tod. Das Hinterteil des Schafs ist durch Kot und Urin zumeist besonders anfällig für einen Fliegenmadenbefall. Durch das Herausschneiden des Fleisches am After, soll die Haut geglättet und somit einem möglichen Befall vorgebeugt werden. In Deutschland ist Mulesing verboten, doch kann man davon ausgehen, dass auch hierzulande überwiegend Mulesing-Wolle im Umlauf ist.


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